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Technische Gebäudeausrüstung

Sandor Unger Garcia: Der Quereinsteiger ist heute Geschäftsführer – und würde nichts anders machen

Hamburg – 14.10.2026

Sandor Unger mit Bilicki Firmenwagen

Der beste Karriereweg verläuft nicht immer geradlinig.    

Manchmal führt der Weg zum nächsten Karriereschritt über Umwege. Bei Sandor Unger Garcia waren es gleich mehrere. Und rückblickend fügt sich alles ziemlich gut zusammen.

Beinah wäre Sandor in der IT gelandet. Nach der Realschule startet er eine Ausbildung zum staatlich geprüften Fachassistenten für Informatik und stellt schnell fest: Das ist nicht das Richtige. Es folgen zwei Jahre bei der Bundeswehr, inklusive Auslandseinsatz. Mit dem dort gemachten Lkw-Führerschein und ein wenig glücklicher Fügung landet Sandor anschließend im Handwerk, als Lkw-Fahrer und Baumaschinenführer. Und ja, das passt schon viel besser.

Als es bei seinem damaligen Arbeitgeber keine Perspektive mehr für ihn gibt, macht er sich im Bereich Abbruch und Bau kurzerhand selbstständig. Die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, ist für Sandor nichts Neues – seinen Chef hat er zuvor bereits länger vertreten. Ein erster Fingerzeig für das, was seinen weiteren Weg prägen wird: der Wunsch, Verantwortung zu übernehmen und selbst zu gestalten.

Handwerk nicht ohne Ausbildung

Die Arbeit rund um Sanitär und Heizung gefällt Sandor dabei am besten. Gleichzeitig ist für ihn klar, dass er langfristig nichts machen will, wofür ihm die fachliche Ausbildung fehlt. Also bewirbt er sich um einen Ausbildungsplatz zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

Sein drittes Bewerbungsgespräch führt ihn zum HPM-Betrieb Härtner Haustechnik und dauert gerade einmal sieben Minuten. Die reichen. Heute sagt er: „Das passte einfach bei Sven und mir.“ Härtner-Geschäftsführer Sven Niemeier erkennt früh sein Potenzial und gibt ihm die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, unter anderem auf einer Zwei-Mann-Azubi-Baustelle auf Mallorca. „Bis heute hat Sven einen riesengroßen Anteil an meinem Weg“, erklärt Sandor dankbar.

Nächster Schritt: Vorlesungssaal

Aber da geht noch mehr: Parallel zu seiner Arbeit bei Härtner beginnt er ein duales Studium an der Berufsakademie Hamburg. Ein Abitur hat er dafür nicht – stattdessen stellt er sich der Aufnahmeprüfung. Mit Erfolg. 2018 schließt er sein Studium als Bachelor of Engineering ab. Zu diesem Zeitpunkt ist er bei Härtner längst als Technischer Projektleiter tätig. Nach gut acht Jahren in dieser Rolle kommt schließlich die Prokura hinzu.

Die Chance, ein Unternehmen neu aufzubauen

Dann tut sich eine Chance auf, wie es sie nur in der Handwerksgruppe geben kann: Der Hamburger HPM-Betrieb Bilicki Haustechnik braucht 2021 Unterstützung in der Firmenleitung. Die HPM traut Sandor diese Aufgabe vollkommen zu – erst recht mit einem Wegbegleiter wie Sven Niemeier im Rücken.

Nicht Talent hat mich bis hierhin gebracht, sondern Ausdauer, Lernbereitschaft und der Wille, Verantwortung zu übernehmen.

Sandor Unger Garcia

Geschäftsführer Bilicki Haustechnik

Porträt Sandor Unger Garcia

Bilicki ist damals aus der Insolvenz übernommen worden, viele Mitarbeitende haben das Unternehmen verlassen. Sandor entscheidet sich trotzdem ganz bewusst für die Herausforderung: „Ich würde hier gerne weitermachen.“  Für ihn bedeutet das: Neustart, fast bei null. Heute leitet Sandor Bilicki Haustechnik und das Team ist wieder auf 15 Mitarbeitende gewachsen. Und wenn es nach ihm geht, dürfen es gerne noch mehr werden.

Stillstand ist keine Option

Aus dem IT-Azubi, Bundeswehrsoldaten und Bauhelfer ist Schritt für Schritt ein Projektleiter, Ingenieur, Prokurist und schließlich Geschäftsführer geworden. Ein geradliniger Karriereweg sieht anders aus. Würde Sandor rückblickend viel anders machen? Auf keinen Fall. Und auch jetzt sagt er: „Ich will nicht stehen bleiben. Aber es muss auch nicht mit der Brechstange passieren. Bilicki hat erstmal Prio!“

Seine Botschaft an den Handwerker-Nachwuchs von morgen: „Fachlich können wir euch vieles beibringen – die richtige Einstellung aber nicht. Und auf die kommt es an.“ Sandor selbst ist dafür wohl das beste Beispiel.